Marcel Ostertag Fall/ Winter 2011/2012

 

Jungdesigner Marcel Ostertag, der im Jahr 2004 sein Modedesign-Studium am Central St. Martins College in London abschloss, schaffte es mit seiner Fall/Winter 2011/2012 Kollektion das Publikum der Mercedes-Benz FashionWeek Berlin zu begeistern.

Der Designer, bekannt für seine femininen Kleider, fiel dieses Jahr besonders durch seine Auswahl an Stoffen und Farben auf. Er rundete den typisch weiblichen Stil seiner Kollektion mit einer Auswahl aus zarten Chiffonstoffen und Seide ab. Vor allem fließende grüne und safranfarbene Blusen und Kleider standen im Mittelpunkt der Kollektion und lassen uns auf einen farbenfrohen Herbst und Winter hoffen. 
Doch nicht nur die fließenden, bunten Designs, sondern auch eine Reihe dunklerer Kleider gehörte zu der Autumn/Spring 2011/2012 Kollektion. Marcel Ostertag zeigte auch hier wieder wunderbar, dass dunkel nicht gleich trist bedeutet. Durch metallische Stoffe und aufwendig gearbeitete Details wie aufgesetzte Rüschen und Blütenapplikationen, welche uns in tristen Herbsttagen den vergangenen Frühling wieder etwas näher bringen sollen, wirkte hier kein einzelnes Stück langweilig, sondern überzeugte durch Individualität. 
Auch setzte der Designer diesmal auf voluminöse, gekreppte und hochtoupierte Haare seiner Models. In den Jahren zuvor hatte er von außergewöhnlichen Frisuren und Make-Up Abstand gehalten und den ganzen Fokus seiner Shows auf die Designs gelenkt. Die stürmischen Frisuren der Models und der starke Lauf unterstrichen allerdings seine neue Kollektion.
Ostertags Models liefen zu verträumten Beats über den Laufsteg, zu den Songs gehörten 
The xx mit VCR, Dream Machine von Mark Farina / Sean Hayes, Until we bleed von Kleerup feat. Lykke Li und Moan von Trentemoller Feat. Ane Trolle. Die leicht elektronischen, melancholischen Klänge der Musik unterlegten perfekt die weiblichen Designs von Ostertag und regten zum Träumen an.
Spätestens nach dieser Kollektion ist klar: Marcel Ostertag ist von der Mercedes-Benz FashionWeek Berlin nicht mehr wegzudenken. Wir freuen uns auf weitere schrege Kollektionen.
Sally-Charell Delin