Dualität bei EVA&BERNARD

Die Modedesignerin Nait Rosenfelder lebte bereits schon in London, New York und Tel Aviv. Während ihres Aufenthaltes in Israel gründete sie ihren eigenen Laden in einem alten Textilviertel Tel Avivs und gilt seit dem als Gründerin der Young-Fashion-Designer Bewegung. Sieben jahre später machte Sie den Mann an ihrer Seite Roey Vollmann zu ihrem Partner und zusammen gründeten sie das Label EVA&BERNARD. Da Nait Rosenfelder ursprünglich aus Deutschland kommt wählten die beiden Berlin als ihren europäischen Standort aus. Ihr Stil ist feminin und clean und ständig auf der Suche nach neuen zeitgenössischen Kontexten.

Ihre Installation auf der Fashionweek HW 12/13 wirkt ebenfalls neu und anfangs etwas ungewöhnlich. Der dunkle Raum ist mit kleinen Podesten sowie einer riesigen Kulisse gefüllt. Auf diese wurde ein Print von Olaf Kuhnemann gespannt. Langsam treten die Models zunächst vor diese herbstliche Leinwand und verteilen sich dann auf den Podesten. Die Designer bewegen sich mit ihrer Kollektion in einer Sphäre zwischen locker und streng, futuristisch und altbacken. Harte und weiche Stoffe gehen, wie selbstverständlich ineinander über.
Große Wollmäntel, Parkas, Jacken und Cardigans schmiegen sich über enge tailierte Kleider und Röcke. Besonders auffällig sind grafische Gitterstoffe, großkarierte Wollstoffe sowie an Techno erinnernde Aufdrucke (ebenfalls entworfen von Olaf Kühnemann aus Berlin). In Erinnerung bleiben auch die ungewöhnlichen Kombinationen von Materialien. Wolle wird mit Leder und Seide zusammengenäht, eine Spannung entsteht.
Das Laber EVA&BERNARD zielt mit der neuen Kollektion auf ein experimentierfreudiges Publikum. Es ist den Designern wichtig eine gewisse Dualität mit dieser Linie auszudrücken. Eine Dualität, die sich (wenn man genauer hinsieht) sogar im Print widerspiegelt. Dieser spiegel (wie auch schon die Kulisse) einen Wald dar, der sich aus seiner natürlichen Form langsam anfängt in Pixel aufzulösen.
Bild&Text: Natalia Drabik